Vertrauliche Spuren Sicherung nach Gewalt
Sofort Beweise sichern – später anzeigen

Sie sind betroffen?

Wenn Sie Gewalt erlebt haben, befinden Sie sich häufig in einer körperlichen und psychischen Ausnahmesituation. In dieser kann es schwierig sein, zu entscheiden, ob Sie Anzeige erstatten wollen oder nicht. Doch gerichtsfeste Beweise sind extrem wichtig, denn in einem möglichen Verfahren steht oft Aussage gegen Aussage.

Vertrauliche Spurensicherung (VSS)

Mit der vertraulichen Spurensicherung sichern Sie die Spuren der Täter*innen, ohne Anzeige erstatten zu müssen. Diese werden mit einer Chiffrenummer in der Rechtsmedizin gelagert. Die gesicherten Spuren werden bis zu fünf Jahre verschlüsselt aufbewahrt. Sie behalten die Kontrolle und können später entscheiden, ob Sie eine Anzeige erstatten möchten. Bei Bedarf unterstützen Sie qualifizierte Beratungsstellen bei der Entscheidung und dem Umgang mit der Gewalterfahrung.

Direkte Anzeige

Wenn Sie sofort Anzeige erstatten möchten, bitten Sie den Arzt / die Ärztin, Kontakt mit der Polizei aufzunehmen – sie kümmert sich um die weiteren Schritte.

Entscheidungswege nach Gewalt

ANZEIGE erstatten oder nicht?

Ja Polizei 110

oder nächstgelegene Polizeiwache, z. B. Opladen, Manfort.
Einleitung weiterer Schritte: Strafverfahren, ärztliche Versorgung.

Nein VSS Klinikum Leverkusen

Zentrale Notfallambulanz
Ärztliches Gespräch, körperliche Untersuchung, Sicherung von Beweisen und anonyme Lagerung.

Unterstützung und Beratung zur Bewältigung der erlebten Gewalt
Anzeige bei der Polizei

und Mitteilung, dass Spuren gelagert wurden.

Keine Anzeige

Die Spuren werden nach 5 Jahren vernichtet.

Wie funktioniert VSS?

So läuft eine vertrauliche Spurensicherung in Leverkusen ab:

  1. 1

    Klinik aufsuchen

    Melden Sie sich möglichst zeitnah nach der Tat (möglichst ohne zu duschen oder Kleidung zu wechseln) im Klinikum Leverkusen in der Zentralen Notfallambulanz. Bitten Sie um eine „Vertrauliche Spurensicherung“ – Sie werden dann an die zuständige Abteilung vermittelt.

  2. 2

    Verdacht auf K.-o.-Tropfen

    Bitte sofort mitteilen, damit zeitnah eine Blut- oder Urinprobe veranlasst werden kann.

  3. 3

    Ärztliches Gespräch

    Die Ärzt*in wird Sie über den Ablauf der Untersuchung informieren und Sie über das genaue Tatgeschehen befragen.

  4. 4

    Untersuchung & Spurensicherung

    Es folgt eine umfangreiche körperliche Untersuchung. Verletzungen werden schriftlich und fotografisch dokumentiert und Spuren (z. B. DNA) gesichert.

  5. 5

    Anonyme Kennzeichnung & Lagerung

    Die Beweise werden pseudonymisiert bis zu fünf Jahre in der Rechtsmedizin Düsseldorf aufbewahrt.

  6. 6

    Beratung

    Nach einer erlebten Gewalttat kann es wichtig sein, sich weitere Unterstützung zu holen. Qualifizierte Berater*innen können Ihnen helfen, weitere Entscheidungen zu treffen und das Erlebte zu bewältigen.

  7. 7

    Spätere Anzeige

    Die Polizei kann, wenn sie auf die anonym gesicherten Daten hingewiesen wird, weitere Schritte einleiten.

Vertrauliche Spurensicherung – Partner

Klinikum Leverkusen gGmbH

Klinikum Leverkusen gGmbH

Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Klinik für Akut- und Notfallmedizin
Am Gesundheitspark 11, 51375 Leverkusen
Tel. 0214 132 2000
www.klinikum-lev.de

Beratungsangebote in Leverkusen

iGOBSIS – Institut für Rechtsmedizin

Institut für Rechtsmedizin

Universitätsklinikum Düsseldorf
iGOBSIS
www.gobsis.de

Gleichstellungsbüro Stadt Leverkusen

In Kooperation mit

  • Gleichstellungsbüro Stadt Leverkusen
  • Runder Tisch gegen Gewalt an Frauen
  • AG Frauen und Gesundheit

VSS ist eine Weiterführung des Projektes „Anonyme Spurensicherung nach Sexualstraftat“ (ASS).

Stand: Juni 2026